Bevölkerung und Entwicklung

Reiner Klingholz

Chemiker, Wissenschaftsjournalist, Bevölkerungsforscher und Buchautor

Aktuelles

In den armen Ländern wachsen mehr Menschen heran, als angemessen versorgt werden können. In den reichen konsumieren die Menschen mehr Rohstoffe und produzieren mehr Abfälle aller Art, als die natürlichen Kreisläufe vertragen können. Der Planet leidet unter einer doppelten Überbevölkerung. Die Folgen zeigen sich am Klimawandel, der Umweltverschmutzung, dem Artensterben oder neuen Infektionskrankheiten. Wie lassen sich diese Probleme lösen? Am 29. März erschien das neueste Buch von Reiner Klingholz „Zu viel für diese Welt. Wege aus der doppelten Überbevölkerung“.

 

Expertengespräch in Deutschlandradio Kultur

Seit dem 15. Mai wird in Deutschland gezählt. Beim Zensus 2022 werden mehr als zehn Millionen Menschen befragt zu Wohn- und Arbeitsverhältnissen, Alter und Bildungsstand. Wozu dienen die Daten? Wie sicher sind sie? Katja Wilken vom Statistischen Bundesamt und Bevölkerungsforscher Reiner Klingholz geben Auskunft.

„Gute Daten bedeuten nicht zwangsläufig eine gute Politik“, sagt Reiner Klingholz. „Aber umgekehrt wird ohne belastbare Daten eine gute Politik unmöglich gemacht. Sinnvoll planen kann nur, wer weiß, wie viele Menschen welchen Alters und mit welchem Bildungs- und sozialen Hintergrund in welchen Regionen des Landes leben.“
Und wie viele Menschen überhaupt in Deutschland wohnen. So habe sich beim letzten Zensus 2011 herausgestellt, dass 1,4 Millionen Menschen weniger in Deutschland leben als vorher angenommen. „Viele Kommunen hatten Karteileichen; die Menschen waren gestorben, weggezogen. Aber die Kommunen haben das Geld für diese Bürger gern genommen.“ Klingholz mahnt:

„Schlechte Daten kommen die Bürger teuer zu stehen.“

Vortrag auf den Lokstedter Lesetagen in Hamburg am 24. Juni 2022

Der Mensch hat sich die Erde untertan gemacht
– und sie stöhnt unter der Last seiner Herrschaft.
Klimawandel, Artensterben und neue Infektionskrank-
heiten. Wie lösen wir diese Probleme? Welche Auswege
gibt es? Das diskutieren wir mit dem Buchautor und
Demographie-Experten Dr. Reiner Klingholz.

 

Über mich

Reiner Klingholz ist promovierter Chemiker und Molekularbiologe. Er hat an der Universität Hamburg in der Grundlagenforschung gearbeitet, war Redakteur beim Wochenblatt „Die Zeit“ und Leiter der Wissenschaftsredaktion beim Monatsmagazin „GEO“ und Redaktionsleiter von GEO-Wissen. Zwischen 2005 und 2007 war Klingholz Mitglied der Enquete-Kommission Demografischer Wandel des Landes Niedersachsen. Von 2003 bis 2019 hat er als Direktor das Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung geleitet, eine unabhängige Denkfabrik, die Analysen und konstruktiv-kritische Studien zum globalen demografischen Wandel erstellt und Konzepte für den Umgang mit den daraus resultierenden Herausforderungen erarbeitet. 2013, 2015 und 2019/20 war Klingholz Fellow am Stellenbosch Institute for Advanced Study in Südafrika.

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